Wusstest du, dass...?

… viele Falschmeldungen als Kettenbrief unterwegs sind?

In Communitys oder über Messenger werden oft Nachrichten verbreitet, in denen du dazu aufgefordert wirst, sie an möglichst viele Leute weiterzuschicken (Kettenbrief). Angeblich droht großes Unglück und manchmal sogar der Tod, wenn du den Kettenbrief nicht weiterschickst. Oder es wird Dir umgekehrt als Belohnung irgendetwas Tolles versprochen. All das ist natürlich gelogen.

Beispiele:

  • Der Kettenbrief enthält eine gruslige Geschichte z.B. von einem toten Kind. Du sollst den Brief weiterleiten, um dich selbst vor einer drohenden Gefahr zu schützen.
  • Ein Angebot soll angeblich kostenpflichtig werden. Mit dem Weitersenden des Kettenbriefs sollst du dazu beitragen, dies zu verhindern.
  • Freundschaftsanfragen einer bestimmten Person sind angeblich mit einem Virus infiziert. Durch das Weiterleiten des Kettenbriefs sollst du deine Freunde vor dieser Gefahr warnen.

Tipp: Löschen statt weiterversenden. Ist der Absender eine Freundin oder ein Freund, kannst du sie oder ihn informieren, dass es sich um einen Kettenbrief handelt.

Infos zu aktuellen Falschmeldungen findest du z.B. auf mimikama.at und hoax-info.de.

… Verknüpfungen zwischen verschiedenen Communitys und Messengern zwar praktisch, aber nicht die beste Lösung sind?

Bei Anmeldungen zu Communitys und Co. gibt es oft zwei Möglichkeiten: Neuregistrierung oder Verknüpfung mit einem bestehenden Account (z.B. Facebook oder Twitter).

Gut: Verknüpfst du, musst du meist nichts mehr eintragen und dir nur ein Passwort merken.

Schlecht: Meist werden deine Beiträge automatisch in beiden Angeboten veröffentlicht, wenn du die Einstellungen nicht änderst. So kannst du den Überblick verlieren, wer z.B. deine Fotos wo sehen kann. 

Richtig schlecht: Wird der verknüpfte Account aus irgendeinem Grund gelöscht, hast du keinen Zugriff mehr auf die anderen Accounts. Wird er gehackt, hat dafür der Hacker Zugriff auf alle deine Accounts. Daher besser immer neu registrieren.

… manche Apps deinen Standort ungefragt an andere übermitteln?

Über so genannte "Standortdienste" oder "Ortungsdienste" kann der Standort eines Smartphones bestimmt werden. Diese sind bei den Geräten meist eingeschaltet.

Gut: Ist der Dienst aktiviert, kannst du deinen Standort bestimmen lassen. So kannst eine Route planen oder deinen Fotos beim Hochladen direkt den aktuellen Standort als Aufnahmeort zuweisen. Außerdem kannst du dein Smartphone orten, wenn es verloren gegangen ist.

Schlecht: Einige Apps zeigen deinen Standort anderen Usern an, ohne dass du davon etwas mitbekommst. So können Fremde oder Personen, denen du das gerade nicht mitteilen wolltest, erfahren, wo du dich aufhältst. Stell dir z.B. vor, du bist mit deinem Schwarm beim Eis essen statt beim Training … Auch Anbieter von Apps erfahren so viel über dich. Ein Erklärvideo von handysektor.de findest du unter http://youtu.be/w3_CeO-PWDg.

Tipp: Ortungsdienste vorsichtig nutzen. Fragt eine App den Zugriff auf diesen Dienst an, ohne dass dir klar ist wozu, überleg, ob du die App wirklich installieren willst. Es kann sein, dass der Anbieter nur deine Daten abgreifen will. Schalte in einzelnen Apps die Ortungsdienste aus, wenn du sie aktuell nicht nutzen willst. Am besten: Ortungsdienste in den Einstellungen des Gerätes ganz abschalten.

 

 

… du per Screenshot ein Foto des aktuellen Bildschirminhalts machen kannst?

Mit einem Screenshot (engl. für "Bildschirmfoto") kannst du "fotografieren", was auf deinem Bildschirm aktuell sichtbar ist. So kannst du z.B. ein Spielergebnis festhalten. Du kannst mit der Funktion aber auch das Chat-Fenster fotografieren, wenn du gerade von jemandem belästigt worden bist. Desktop-PCs: Taste "Druck" drücken, Bild- oder Textverarbeitungsprogramm öffnen (z.B. Paint oder Word), gleichzeitig die Tasten "Strg" und "v" drücken und anschließend speichern. Bei mobilen Geräten ist je nach Typ eine andere Tastenkombination erforderlich.

Tipp: Anleitungen findest du im Internet. Gib z.B. diese Wortkombination in eine Suchmaschine ein: "Marke und Modell deines Smartphones oder Tablets" Screenshot. 

… über die IP-Adresse nur die Polizei eine genaue Adresse herausfinden kann?

Manchmal drohen andere beim Chatten, dich zu Hause zu besuchen oder deinen PC mit einem Virus zu infizieren, wenn du nicht tust was sie verlangen (z.B. Nacktfotos schicken). Möglich soll das sein, weil sie deine IP-Adresse haben. Kein Grund zur Panik: Ein normaler User kann über die IP nur eine Gegend herausfinden. An die genaue Adresse gelangt nur die Polizei. Auch das mit den Viren funktioniert so nicht.

Tipp: Nicht auf Drohungen eingehen. Den betreffenden User ignorieren und melden!

… geteilte "Skandalvideos" oft auf Seiten locken, die kostenpflichtig sind, Daten abgreifen oder Viren verbreiten?

In Communitys finden sich immer wieder Beiträge, die Vorschaubilder von angeblich skandalösen Videos enthalten, oft sind Stars das Thema.

Klickst du einen solchen Beitrag, wirst du auf eine andere Seite umgeleitet und sollst den Link zum vermeintlichen Video teilen. Einige dieser Seiten sehen bekannten Angeboten wie YouTube oder Facebook täuschend ähnlich, sogar an Kommentare haben die Macher dieser Fake-Seiten gedacht. Das angebliche Skandalvideo bekommst du nie zusehen. Du wirst nur auf ständig neue Seiten geleitet, auf denen du an Gewinnspielen teilnehmen kannst. Dazu musst du allerdings persönliche Daten wie E-Mail-Adresse, Postadresse oder Handynummer angeben.

Hinter solchen Videos verbergen sich oft Firmen, die mit deinen Daten Geld verdienen wollen. Auch kannst du in eine Kostenfalle tappen oder löst eine Flut von Spam-Mails aus. Manche Seiten infizieren deinen PC oder dein mobiles Gerät auch mit einem Virus oder Trojaner.

Tipp: Nicht auf Vorschaubilder von Videos klicken, die Skandale ankündigen – auch nicht, wenn sie von deinen Freunde gepostet werden. Die sind vielleicht selbst drauf reingefallen. Wirst du aufgefordert, einen Inhalt zu teilen, bevor du ihn ansehen kannst, stimmt was nicht. Infos zu aktuell auf Facebook kursierenden Videos und deren Hintergründen gibt es auf mimikama.at.

… manche Challenges schon tödlich geendet haben?

Im Internet tauchen immer neue Challenges auf. Manche stehen (wie die Ice Bucket Challenge) in Verbindung mit einer Wohltätigkeitsaktion, die meisten sind aber einfach aus einem Spaß heraus entstanden. Leider sind manche nicht so harmlos und lustig wie sie scheinen, sondern lebensgefährlich. Ist die "Herausforderung", sich anzuzünden oder mit kochendem Wasser zu überschütten, ist die Gefahr ernster Verletzungen leicht erkennbar. Bei der Zimt-Challenge hingegen wird es da schon schwieriger: Das trockene Zimtpulver entzieht der Mundhöhle direkt alle Flüssigkeit, gelangt es in die Luftröhre, kann das zu schweren Atemstörungen bis hin zum Ersticken führen. Wegen dieser Challenge ist 2015 ein Junge ins Koma gefallen.
        
Tipp: Informier dich über mögliche Gefahren bevor du bei einer Challenge mitmachst.

… dass es in Deutschland kein eigenes Internetgesetz gibt?

Was im Internet erlaubt ist und was nicht, wird in Deutschland nicht durch ein eigenes Internetgesetz geregelt, es gelten dieselben Gesetze wie im realen Leben auch.

Beispiele:

Strafgesetzbuch (StGB)
Wer z.B. Unwahrheiten über eine andere Person verbreitet, der verleumdet diese und macht sich strafbar (§187 StGB).
Auch verboten ist z.B. das Erstellen und Weiterleiten von Videos oder Tonaufnahmen, die dem Ansehen der abgebildeten oder zu hörenden Person schaden (§201 a StGB).

Kunsturhebergesetzt (KunstUrhG)

Ein Video oder Bild von anderen Personen darfst du nur im Netz veröffentlichen, wenn sie es dir ausdrücklich erlauben. Geregelt wird das über das Recht am eigenen Bild (§22 KunstUrhG).

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Möchtest du im Netz etwas einkaufen, sind im BGB die rechtlichen Bestimmungen festgelegt. Auch der "Taschengeldparagraph" (§110 BGB) ist hier zu finden.

Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
Ein Internetanbieter darf deine Daten nur speichern, wenn du dem auch zustimmst. Diese Daten darf er auch nicht weitergeben, wenn er das in seine AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) schreibt. Im Zweifelsfall sollte immer Einspruch gegen die unerlaubte Nutzung eingelegt werden.

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
Wer unerwünschte Werbung per E-Mail verschickt, riskiert ein Bußgeld. §7 UWG wird auch als "Anti-Spam-Gesetz" bezeichnet.

Jugendschutzgesetz (JuSchG)
Online-Shops dürfen nicht an jeden Alkohol verkaufen. Wie in einem Geschäft muss das Alter der Käuferinnen und Käufer geprüft werden (§9 JuSchG).

Urhebergesetz (UrhG)
Wer illegal Filme oder Musik über Filesharing-Portale (z. B. BitTorrent) aus dem Netz lädt, kann eine Abmahnung bekommen. Die Anwälte, die die Abmahnung verschicken, berufen sich dabei meistens auf das Urheberrechtsgesetz.


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