Meine Daten
Unter persönlichen Daten versteht man identifizierende Informationen zu einer Person – z.B. Name, Anschrift und E-Mail-Adresse, Telefon- und Handynummer, aber auch Informationen über Interessen, Hobbys und natürlich Fotos und Videos.
Wem Kinder und Jugendliche ihre Daten zeigen
Im Anschluss an die Anmeldung bei einer Community im Internet erfolgt meist die Aufforderung zu Angaben zur eigenen Person, die über die für die Registrierung notwendigen Daten hinausgehen. Auch ein Portrait-Foto oder ähnliches soll hochgeladen werden. Foto und Angaben erscheinen anschließend im Profil – mit ihnen stellt man sich steckbriefartig in der Community vor. Sie dienen dazu, sich mit anderen zu vernetzen, die z.B. im gleichen Ort wohnen, auf dieselbe Schule gehen oder ähnliche Interessen haben. Deshalb werden Communitys auch „Social Networks“, Soziale Netzwerke, genannt.
Was zu beachten ist:
- Bei der Anmeldung nur die unbedingt erforderlichen Felder ausfüllen.
- Vorher schlau machen: in den Datenschutzhinweisen oder den AGB nachsehen, was mit den Daten gemacht wird.
- Überprüfen, welche Angaben im Profil erscheinen und über Sicherheitseinstellungen den Zugriff auf das Profil beschränken.
- Keine Fremden in die Kontaktliste aufnehmen.
Kinder und Jugendliche wollen sich im Internet selbst präsentieren und Kontakt zu Freunden halten. Hierfür ist es notwendig, zumindest einige Informationen über sich selbst preiszugeben. Besonders interessant wird man jedoch erst, wenn man umfangreiche Angaben macht und diese regelmäßig aktualisiert. Daher neigen Kinder und Jugendliche dazu, Dinge, die sie z.B. nie einem Fremden auf der Straße anvertrauen würden, in einer Community für alle sichtbar zu veröffentlichen. Das Risiko: Durch ihre persönlichen Daten machen sie sich für andere identifizier- und kontaktierbar – auch für Menschen, mit denen sie keinen Kontakt haben wollen. Problematisch daran ist, dass sie sich dieser Tatsache oft nicht bewusst sind, und natürlich auch, dass das Internet nichts vergisst: Einmal eingestellte Informationen können sich schnell verbreiten – komplett zu löschen sind sie dann kaum noch.
In vielen Communitys hat der User die Möglichkeit, über Sicherheitseinstellungen die persönlichen Daten zu schützen – z.B. das Profil und die Fotoalben nur Freunden zugänglich zu machen und Kontaktanfragen von Unbekannten zu unterbinden. Noch sicherer ist es natürlich, bereits bei der Anmeldung wirklich nur jene Daten anzugeben, die unbedingt zur Teilnahme erforderlich sind.
Informationen darüber wie Kinder und Jugendliche mit den Daten ihrer Freunde umgehen sollten und was Anbieter mit den angegebenen Daten machen können, finden Sie unter dem Punkt „Deine Daten“.
Problematische Selbstdarstellung
Kinder und Jugendliche besuchen Kommunikationsangebote auch, um neue Kontakte zu knüpfen. Um aufzufallen und möglichst viel positives Feedback zu erhalten, muss man sich möglichst interessant machen. Diesen Zweck sollen z.B. Fotos erfüllen, auf denen sich die User möglichst hübsch bzw. sexy präsentieren. Deshalb zeigen sich auch Kinder und Jugendliche manchmal zu freizügig, z.B. in Unterwäsche oder sogar ganz nackt. Imitiert werden dabei z.B. Posen, die erwachsene Models oder Schauspieler auf (erotischen) Fotos und in Videoclips einnehmen. Auch wenn diese Fotos weder pornografisch sind, noch strafbare Missbrauchshandlungen zeigen, sind sie oftmals medienrechtlich unzulässig, da sie Minderjährige in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen.
Kinder und Jugendliche begreifen meist nicht, warum diese Fotos problematisch sind, zumal sie von Chat-Partnern häufig positive Reaktionen ernten. Anzügliche Kommentare werden als Komplimente gewertet (z.B. zum Foto einer 14-Jährigen: „süüsse lust auf mich könnten zusammen was machen in mein bett“). Dass die Bilder auch Pädokriminelle anlocken, wird meist gar nicht oder zu spät bedacht.
Beim so genannten Sexting werden (Halb-)Nacktaufnahmen in Form von Bildern und Videos privat getauscht. Die meist selbst aufgenommenen Bilder werden hierbei an nur eine Person (z.B. Freundin oder Freund) direkt gesendet – z.B. per Instant Messenger oder Handy. Jugendliche denken beim Versenden solchen Materials häufig nicht daran, dass die Empfängerin oder der Empfänger diese durchaus auch weiterverschicken oder gar im Internet veröffentlichen kann. Auf diesem Wege kann es zu Erpressungen wie z.B. „Wenn du nicht machst, was ich sage, zeige ich allen deine Nacktfotos!“ kommen. Auch (Cyber-)Mobbing kann eine Folge sein, wenn die Aufnahmen z.B. unter Mitschülerinnen und Mitschülern kursieren oder sich die Ex-Freundin bzw. der Ex-Freund rächen möchte. Handelt es sich um (kinder- oder jugend-)pornografische Aufnahmen, machen sich zusätzlich sowohl Sender, als auch Empfänger (und damit Konsument) strafbar.


