Cybermobbing
Unter Cyberbullying oder Cybermobbing versteht man die Beleidigung und Bloßstellung von Personen mithilfe neuer Kommunikationsmedien – z.B. über Handy, E-Mails, Websites, Chats und Communitys.
Die Ausgrenzung von Einzelnen oder ganzer Personengruppen durch Spott, Häme und Schikane ist kein neues Phänomen – auch nicht unter Kindern und Jugendlichen. Während die Antriebe, andere zu terrorisieren, die gleichen geblieben sind, haben sich die Formen und Wege des Mobbings in den vergangenen Jahren stark verändert: Konflikte werden zunehmend auch über neue Kommunikationsmedien ausgetragen.
Zahlen und Fakten
Ca. 30 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sehen im Cyber-Mobbing eine der größten Gefahren des Internets.
Jeder vierte Jugendliche gibt an, dass es jemanden in seinem Bekanntenkreis gebe, der über das Internet fertig gemacht wurde. 15 Prozent sagen sogar, dass über sie selbst bereits schon Unwahrheiten im Netz verbreitet wurden.
Bei einem Viertel der jugendlichen Internet-User wurde das Internet innerhalb der Clique bereits eingesetzt, um gezielt jemanden fertig zu machen.
(Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: Jugend, Information, (Multi-)Media.
JIM-Studie 2010. )
Was tun?
Kindern und Jugendlichen fällt es oft schwer, sich zu offenbaren, wenn sie
Opfer von Cyberbullying geworden sind. Gerade in diesem Fall ist aber die
Unterstützung eines Erwachsenen besonders wichtig, um sich bestmöglich
wehren zu können. Hier sind Sie als Eltern und pädagogische Fachkräfte
gefragt: Vermuten Sie Probleme, dann bieten Sie sich als Ansprechpartner an.
Findet Cyberbullying statt, sollte zunächst hinterfragt werden, ob die
Täterinnen und Täter bekannt sind, damit sie und ggf. deren Eltern gezielt
auf ihr Verhalten angesprochen werden können. In einigen Fällen erreichen
Sie so bereits, dass das Mobbing eingestellt wird. Fordern Sie zusätzlich den
Betreiber der Plattform auf, die beleidigenden oder peinlichen Inhalte zu
löschen und die Täter zu sperren. In schlimmen Fällen ist es ratsam,
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bei der Polizei zu erstatten.
Mobbing in Kommunikationsangeboten
Vor allem Communitys werden genutzt, um andere bloßzustellen und zu bedrohen. Typisch sind spöttische Kommentare in Gästebüchern und unter Fotos, Drohungen über die interne Mail-Funktion oder im Chat, die Veröffentlichung peinlicher Party-Fotos und das Anlegen gefälschter Profile, in denen z.B. ein verhasster Mitschüler als dumm oder aggressiv dargestellt wird. Es werden sogar Mobbing-Gruppen gegründet, in denen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen oder Lehrer gezielt beschimpft und durch Gerüchte oder peinliche, teilweise auch manipulierte Fotos herabgesetzt werden. Da in vielen Communitys ganze Klassen und Schulen präsent sind, machen solche Gerüchte schnell die Runde und werden zum Schulgespräch – schlimmstenfalls bevor Betroffene selbst etwas davon mitbekommen.
Öffentlich und dauerhaft: Demütigung weltweit
Bloßstellende Inhalte finden im Internet meist schnell Verbreitung. Haben User erst einmal damit begonnen, diese Inhalte zu streuen, können sie nur schwer wieder aus dem Netz entfernt werden. Auch wenn sie gelöscht werden, tauchen sie unter Umständen an anderen Stellen wieder auf. Schnell kursieren die Demütigungen nicht mehr nur unter den Mitschülerinnen und Mitschülern, sondern sind einer viel größeren Öffentlichkeit zugänglich.
Multimedial: Schnittstelle Handy
Viele Fotos, die in Communitys landen, entstehen mithilfe von Handys, die als wichtigstes Medium der Jugendlichen ständig präsent sind. Die Geräte verfügen über Kameras und drahtlose Schnittstellen für den Austausch von Bildern und Videos. Missgeschicke und peinliche Situationen können sofort – und heimlich – dokumentiert werden. Die Verbreitung solcher Bilder stellt für die Opfer häufig eine außerordentliche psychische Belastung dar, da die Demütigungen zeitlich nicht begrenzt sind, sondern sich in Form der Aufzeichnung immer wiederholen.
Verfolgt: Mobbing im heimischen Schutzbereich
Für Opfer von Cyberbullying hört das Mobbing nicht nach dem Läuten der Schulglocke auf – es verfolgt sie bis nach Hause. Über Handy oder Internet werden die Beleidigungen auch nach Schulschluss fortgesetzt. In Kommunikationsdiensten legen sich die Täterinnen und Täter zudem unterschiedliche Identitäten zu und nähern sich unerkannt ihrem Opfer. So führen sie vertrauliche Gespräche, speichern sie und leiten sie an andere weiter. Auch senden sie ihren Opfern auf diesem Weg Fotos und Videos mit beeinträchtigenden Inhalten oder Viren.


