Vermitteln Sie Sicherheitsregeln!

Wenn sich Ihr Kind beim Chatten an ein paar wichtige Regeln hält, kann es entscheidend zur eigenen Sicherheit beitragen. Deshalb sollten Sie ihm diese Regeln verständlich vermitteln. Informieren Sie es zusätzlich altersgemäß über rechtliche Aspekte der Online-Kommunikation und stellen Sie sicher, dass es nicht auf gängige Fehlinformationen hereinfällt.

jugendschutz.net hat die wichtigsten Infos für Kinder und Jugendliche auf dem Poster „Sicher chatten!“ zusammengefasst, das Sie hier  kostenfrei herunterladen können. Die folgende Übersicht über die Tipps und die Erläuterung der einzelnen Punkte soll Ihnen das Vermitteln erleichtern.

 

Hol dir Infos!

Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass es wichtig ist, sich vor der Nutzung einer Seite genau zu informieren: z.B. in den AGB nachsehen, ob das Angebot kostenpflichtig ist, was mit den eigenen Daten geschieht und ab welchem Alter die Nutzung gestattet ist. Zudem sollte es die Verhaltensregeln bzw. die „Chatiquette“ der Seite kennen und wissen, wer auf deren Einhaltung achtet (z.B. Moderatorinnen und Moderatoren). Nach der Anmeldung sollte es sich unbedingt informieren, wie es sich in einem Notfall verhalten sollte: Wie erreiche ich die Ignore-Funktion? Wie melde ich Inhalte und User an den Betreiber?

 

Schütz deine Daten!

Das Thema Datenschutz ist bei der gesamten Online-Kommunikation essentiell: bereits bei der Anmeldung sollte Ihr Kind nur notwendige Daten angegeben (meist speziell gekennzeichnet – z.B. durch ein Sternchen). Durch eine zweite E-Mail-Adresse, die nur für diesen Zweck genutzt wird, können Spam und unerwünschte Kontakte vermieden werden. Wie auch der Nickname sollte sie keine privaten Angaben wie Name, Alter oder Wohnort enthalten.

Die Wahl des Passworts ist ebenso wichtig: verwendet man z.B. den Namen des Haustieres, kann es leicht erraten werden. Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens 8 Zeichen (große und kleine Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen). Außerdem gilt: niemandem verraten und immer ausloggen!

Durch Sicherheitseinstellungen kann Ihr Kind seine Daten zusätzlich schützen, deshalb: gleich nach der Anmeldung die Voreinstellungen checken und ggf. verändern, z.B. den Nachnamen abkürzen, Nachrichten von Fremden ablehnen und das Profil nur Freunden zugänglich machen. Da das Profilbild meist für alle User sichtbar ist, sollte Ihr Kind keine Fotos einstellen, auf denen man es erkennt. Machen Sie es darauf aufmerksam, dass alle hochgeladenen Fotos per Screenshot gespeichert, verändert und an anderer Stelle wieder hochgeladen werden können. Auch Webcam-Übertragungen können mitgefilmt werden.

Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind nicht selbst austrickst: Fremde, die man z.B. nur für Spiele auf die Kontaktliste setzt, haben Zugriff auf die geschützten Daten im Profil. Ein abgekürzter Nachname hilft nicht, wenn man z.B. in eine Gruppe mit dem Titel „Alle die Müller heißen“ eintritt. Und niemals öffentlich – z.B. in Gästebüchern – über Privates plaudern!

Warnen Sie Ihr Kind vor der Verknüpfung mehrerer Kommunikationsdienste. Zwar scheint es praktisch, z.B. bei ICQ über neue Beiträge auf facebook informiert zu werden – leicht verliert man aber den Überblick: aus Versehen hebelt man Sicherheitseinstellungen aus und das Risiko der Konfrontation mit ungeeigneten Inhalten steigt.

 

Misstrauisch bleiben!

Die goldene Regel: Fremden nie zu viel verraten! Ihr Kind sollte sich immer fragen, ob es das, was es beim Chatten von sich preisgibt, auch einem Fremden auf der Strasse anvertrauen würde. Auch nach längerem Kontakt kann man bei einer Internet-Bekanntschaft nie wissen, ob sie nicht vielleicht doch ein Fake ist – Fotos können geklaut und vorher gespeicherte Filme per Webcam übertragen werden.

Links und Dateien sollte ihr Kind nicht unbedacht anklicken: zum einen können Viren enthalten sein, zum anderen können sich dahinter ungeeignete Inhalte wie z.B. Pornografie oder Gewaltdarstellungen verbergen.

Oft möchten sich Kinder mit Freunden aus dem Internet verabreden. Machen Sie deutlich, dass dies auf keinen Fall ohne die Begleitung eines Erwachsenen passieren darf! Nur so lässt sich der Gefahr z.B. eines sexuellen Missbrauchs vorbeugen. Gleichaltrige können Ihr Kind nicht ausreichend schützen. Aber ein echter Chat-Freund – das muss Ihrem Kind klar sein – hat sicher nichts dagegen, wenn man sich selbst schützt.

 

Lass dir nichts gefallen!

Ein immer größer werdendes Problem bei der Online-Kommunikation: Cybermobbing. Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, welche Auswirkungen Beschimpfungen auf die Betroffenen haben und fordern Sie es auf, sich nicht an Mobbing zu beteiligen. Im Gegenteil sollten Sie es ermutigen, sich aktiv dagegen einzusetzen und beobachtete Vorfälle an die Community-Betreiber zu melden.

Ihr Kind sollte unangenehme Dialoge abbrechen und Belästiger ignorieren – und mit Ihnen über unangenehme Erfahrungen sprechen. Bieten Sie sich als Ansprechpartner an und helfen Sie Ihrem Kind, sich z.B. gegen Mobbing oder Belästigungen zu wehren.

 

Spielregeln beachten!

Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass es niemals Seiten mit gewalthaltigen oder pornografischen Inhalten an andere verschicken darf – solche Inhalte können verängstigen, außerdem macht sich Ihr Kind ggf. sogar strafbar.

Ihr Kind muss außerdem wissen, dass es keine Fotos von anderen ohne deren Einverständnis hochladen darf – rechtlich müssen bei Minderjährigen sogar deren Eltern zustimmen. Auch Musik, Filme oder Bilder von Stars sind meist urheberrechtlich geschützt – stellt man sie ein, kann es zu hohen Geldforderungen von den Rechtinhabern kommen.

 

Kinder und Jugendliche wissen häufig nicht,…


  • dass es anderen Chattern nicht möglich ist, ihnen nur anhand der IP-Adresse einen Virus auf den Rechner zu schicken oder ihre Postanschrift auszulesen.

  • dass hinter Nachrichten mit Handynummern oder Links von Unbekannten (z.B. „Ich mag dein Profil. Ich würde dich gerne kennen lernen!“) keine echte Person steckt. Es handelt sich hierbei meist um eine Falle, die auf kostenpflichtige Angebote lockt.

  • dass Kettenbriefe, die man weiterschicken soll, um etwas Schlimmes zu verhindern oder belohnt zu werden, meist nur Unwahrheiten enthalten. Beispiele: Die ICQ-Blume wird nie goldfarben, alleine durch das Hinzufügen eines Kontaktes auf die Freundesliste fängt man sich noch keinen Virus ein und das schülerVZ bleibt kostenlos.

  • dass man Bilder im Internet auch dann speichern kann, wenn dies per Mausklick nicht möglich ist (z.B. in Fotoalben von Communitys). Die Bilder lassen sich immer per Screenshot kopieren und speichern – sie sind also nicht geschützt.

  • dass sich Erwachsene unter falscher Altersangabe bei Communitys anmelden können, die nur für Schülerinnen und Schüler gedacht sind, selbst wenn man dafür eingeladen werden muss.

Poster „Sicher chatten!“

Sicherheitstipps für Kinder und Jugendliche zum Ausdrucken. Mehr…

Tipps für Eltern

  • Vermitteln Sie Sicherheits-regeln!

  • Machen Sie Sicherheits-Checks!

  • Besprechen Sie Probleme!

  • Melden Sie Verstöße!

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Die Chat-Broschüre

Praktischer Leitfaden. Mehr...

Für Lehrkräfte

Unterrichtsmaterial „Chatten ohne Risiko?“ Mehr…

Allgemeine Geschäftsbedingungen (kurz AGB)

In ihnen wird das rechtliche Verhältnis zwischen zwei Parteien (hier zwischen Betreiber und User eines Kommunikationsangebots), die miteinander einen Vertrag abschließen, geregelt.

Chatiquette

sind die "Benimm-Regeln" eines Chats, an die sich jeder Chatter halten muss. Bevor man einfach drauflos chattet, sollte man sie auf der Website des Chats suchen und aufmerksam durchlesen, damit man beim Chatten nicht versehentlich gegen die Regeln verstößt.

Moderation

Moderatorinnen und Moderatoren (je nach Angebot z.B. auch Superuser) sind Personen, die mehr Rechte als „normale“ User und besondere Aufgaben haben. Sie sorgen für einen ungestörten Ablauf und kümmern sich um individuelle Probleme.

Fake

User, der sich unter falschen Angaben bei einem Angebot anmeldet, z.B. um anonym zu bleiben, um Unfrieden zu stiften oder Werbung zu machen.