Webchat
Beispiele: Seitenstark-Chat, Knuddels, und Chat4free
In einem Webchat können sich User in Echtzeit unterhalten. Dazu gibt man in einen Browser die Webadresse ein. Um einen Chat zu betreten, reicht bei manchen Angeboten die Wahl eines Nicknames, bei anderen muss man sich unter Angabe persönlicher Daten (z.B. Name und E-Mail-Adresse) registrieren. Oft gibt es in einem Chat mehrere Räume, in denen sich viele gleichzeitig unterhalten können. Eine Liste der Anwesenden befindet sich meist am Rand des Chatfensters. Wenn Moderatorinnen und Moderatoren im Raum sind, sind diese an einer farblichen Kennzeichnung oder einem Symbol vor dem Nickname zu erkennen. Tippt man einen Beitrag in die Eingabezeile und schickt diesen ab, können ihn alle Anwesenden lesen. In Webchats kann man meist auch private Dialoge mit nur Einzelnen führen – das Geschriebene kann von keinem anderen gelesen werden und wird daher auch „flüstern“ genannt.
Am Chatten finde ich praktisch, dass man auch neue
Freunde kennen lernen kann. (Junge, 12 Jahre)
Durch die Verwendung eines Nicknames bleibt in Webchats die wahre Identität eines Chatters verborgen. Die gefühlte Anonymität erleichtert es, andere anzusprechen. Gleichzeitig ist es möglich, sich in verschiedenen Rollen auszuprobieren: Angaben z.B. zu Äußerlichkeiten, Alter und Geschlecht können beliebig gewählt werden. Kinder und Jugendliche können so spielerisch die Reaktionen anderer User testen. Einen besonderen Reiz übt auch die Möglichkeit aus, sich einmal abweichend vom normalen Verhalten zu präsentieren oder Grenzen auszutesten: die der anderen Chatter, der ModeratorInnen oder der Funktionalitäten des jeweiligen Chats. Häufig werden in Chats auch Rollenspiele gespielt – in Kinder-Chats ist es z.B. beliebt, Filme nachzuspielen und neue Szenen dazu zu erfinden, wobei die Rollen der Filmfiguren an die Anwesenden verteilt werden.
Webchats üben früh einen Reiz auf Kinder aus. In der KIM-Studie 2010 des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest gaben 34% der befragten 6- bis 13-Jährigen an, mindestens einmal pro Woche einen Chat zu besuchen. Hierfür müssen sie über eine gewisse Lese- und Schreibkompetenz verfügen. Die Kinder betonen aber auch, dass man diese im Chat erweitern kann.
Man kann sich gegenseitig austauschen und man
lernt schnelles Schreiben. (Junge, 11 Jahre)




